Zum Hüttennamen
Körners Werk verbindet romantisches Freiheitsideal mit starkem nationalem Pathos. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde er intensiv rezipiert und – je nach Zeitgeist – unterschiedlich gedeutet: als patriotischer Freiheitskämpfer, später auch als nationale Symbolfigur. Seine Texte wurden sowohl für militaristische Propaganda missbraucht als auch von Widerstandsgruppen zitiert.
Diese ambivalente Wirkungsgeschichte zeigt, dass Körners Person und Werk differenziert betrachtet werden müssen. Sein Name ist Teil historischer Entwicklungen – mit hellen wie dunklen Kapiteln. Eine bewusste Auseinandersetzung mit dieser Geschichte erscheint daher sinnvoller als eine bloße Umbenennung.
Kurzbiographie des Großneffen Körner
Dr. h. c. Theodor Körner war Großneffe des gleichnamigen Dichters. Als einer von wenigen ehemaligen k. u. k. Offizieren unterstützte er von Anfang an die neugegründete Volkswehr der Ersten Republik, und wurde nach seiner Pensionierung als General 1924 Bundesrat für die Sozialdemokraten und bis 1929 zentrales Mitglied von dessen Schutzbund. Nach dem Staatstreich und der Errichtung des austrofaschistischen Ständestaats 1934 wurde er als Bundesratspräsident ohne Verfahren elf Monate inhaftiert.
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René Schilling, „ Kriegshelden – Deutungsmuster heroischer Männlichkeit in Deutschland 1813-1945“ Paderborn 2002 S 171
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Die bisherige Kletterhütte der Sektion, die Langkofelhütte in den Dolomiten, war nach dem ersten Weltkrieg durch Italien enteignet worden. Die Zeit des Nationalsozialismus überstand Körner trotz Überwachung und zeitweiliger Verhaftung durch die Gestapo unbeschadet, da ihm seine Kontakte in den Widerstand nicht nachgewiesen werden konnten 1945 wurde er Bürgermeister Wiens, von 1951 bis zu seinem Tod 1957 war er der zweite Bundespräsident unserer zweiten Republik.
Seit Anbeginn ist die Körner-Hütte Teil der Akademischen Sektion Wien, des Österreichischen Alpenvereins, die 1887 an der Universität Wien gegründet worden ist.
